Die Reisen des Jahres 2024


04.10.2024 - 20.10.2024

Herbstreise 2024 (1.640 km)

Auch unsere Herbsturlaub 2024 stand wieder unter dem Motto: „Wir fahren dorthin, wo das Wetter schön ist!“. Das ist gerade im Herbst natürlich eine ganz besondere Herausforderung. Entsprechend prüften wir anhand der unterschiedlichsten Wetter-Apps im Vorfeld die Wetterentwicklung. Am Tag vor der Abreise legten wir uns dann fest: Die Fahrt geht in den Süden Bayerns.

Freitags mussten wir noch arbeiten. Aber nach getaner Arbeit und einer Tasse Kaffee ging es dann los. Zunächst steuerten wir Kahl am Main an. Wieder einmal wollten wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und dort Freunde besuchen. Am frühen Abend erreichten wir unser erstes Tagesziel und bezogen auf einem Parkplatz Stellung. Dort verbrachten wir die Nacht, bevor wir uns am nächsten Morgen auf den kurzen Fußweg zu unseren Freunden machten. Mit ihnen verbrachten wir die Zeit bis mittags. Dann hieß es Abschied nehmen und die Fahrt in den Süden ging weiter.

Bereits am Vorabend hatten wir uns überlegt, dass wir zunächst bis Kelheim fahren. Dort wartete die von König Ludwig I. von Bayern errichtete Befreiungshalle auf uns. Am späten Nachmittag erreichten wir Kelheim. Für eine Besichtigung der Befreiungshalle reichte die Zeit allerdings nicht mehr. Die hoben wir uns für den Folgetag auf. Das Wohnmobil stellten wir auf dem Stellplatz "Am Pflegerspitz" ab.

Den Sonntag nutzten wir nicht nur zum Ausschlafen sondern auch zum Erkunden von Kelheim und zur Besichtigung der Befreiungshalle. Kelheim liegt im Mündungsbereich des Altmühltals in die Donau. In diesem Teil der Altmühl ist der Fluss identisch mit dem südlichen Ende des (historischen) Ludwig-Donau-Main-Kanals bzw. des (modernen) Main-Donau-Kanals.

Westlich der Altstadt befindet sich auch ein historischer Hafen, in dessen Nähe der Fußweg hinauf zum Plateau, dem Michelsberg, auf dem sich die Befreiungshalle befindet, beginnt. Erreicht man die Höhe, steht man vor diesem gewaltigen Bauwerk, welches im Jahr 1842 eingeweiht wurde. Es lohnt sich, den Eintritt zu bezahlen und die Halle auch von innen zu besichtigen bzw. die Möglichkeit zu nutzen, auf die Aussichtsplattform hinauf zu steigen.

Nach unserem Ausflug begaben wir uns wieder zum Wohnmobilstellplatz und machten das Fahrzeug startklar.

Für den Sonntag hatten wir noch ein Zwischenziel ausgewählt: Das Kloster Weltenburg. Dieses liegt nur wenige Kilometer von Kelheim entfernt an der Donau. Es ist sicher eins der bekanntesten Klöster in Deutschland. Auch die Lage in der Nähe eines der Donaudurchbrüche macht die Lage einmalig.

Das Wohnmobil mussten wir am Rande des Ortes Weltenburg abstellen und die ca. 1,5 Kilometer zum Kloster zu Fuß zurücklegen. Der Weg zum Kloster lohnte sich aber. 

Nach dem Besuch des Klosters Weltenburg sollte uns der Weg eigentlich nach Landshut führen. Allerdings bestand die Absicht, anschließend nach Brannenburg weiterzufahren und von dort aus mit der Wendelsteinbahn zum Wendelstein hochzufahren. Nach dem Studium der Wetterapps schmissen wir unseren Plan jedoch noch um. Landshut wurde gestrichen, der Wendelstein rückte in der Agenda nach vorne. Für Montag war recht gutes Wetter mit Sonnenschein vorhergesagt. Der einzige Tag, der gute Sicht vom Wendelstein versprach.

So brachen wir am Sonntagnachmittag in Weltenburg auf und erreichten abends Brannenburg. Dort fanden wir nahe der Talstation der Wendelsteinbahn ein schönes Plätzchen für die Übernachtung.

Montagmorgen stellten wir uns tatsächlich mal den Wecker. Wir wollten schließlich früh mit der Wendelsteinbahn auf den Berg fahren. Die Wendelsteinbahn ist eine elektrisch betriebene, meterspurige Zahnradbahn mit Adhäsionsabschnitten und führt von Brannenburg im Inntal auf den Wendelstein in Oberbayern. Die Bahn überwindet dabei einen Höhenunterschied von 1217 Metern.

Die Fahrt mit der Bahn war atemberaubend! Die Trasse verläuft im unteren Bereich zunächst über Wiesen, später durch Wälder. Je weiter man nach oben kommt, desto mehr schmiegt sich sie Bahn in die Abhänge der umliegenden Berge. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die Gipfelregion des Wendelstein. Die Bergstation liegt etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels.

Mehrfach fragten wir uns, warum Menschen auf die Idee kommen, eine deratige Streckenführung für eine Eisenbahn - in diesem Fall eine Zahnradbahn - zu wählen. Wir waren zutiefst beeindruckt.

Oben angekommen, machten wir uns noch auf den Fußweg zum Gipfelplateau. Dort offenbarte sich uns eine wunderbare Aussicht auf die lange Kette der ostösterreichischen und deutschen Alpengipfel. In der Ferne sahen wir den Großglockner und die Zugspitze aber auch München. Das war ein beeindruckendes Erlebnis.

Während der Talfahrt entwickelte sich die Idee, an der Zwischenstation Aipl auszusteigen. Von dieser Möglichkeit machten wir Gebrauch und wanderten die letzten Kilometer zurück nach Brannenburg.

Von Brannenburg aus machten wir uns dann audie Weiterfahrt nach Bad Tölz. Auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz an der Isar hatten wir die Möglichkeit, das Fahrzeug abzustellen.

Am Dienstag wollten wir dann die Stadt Bad Tölz erkunden. Vom Stellplatz aus war es ein kurzer Fußmarsch entlang der Isar und wir erreichten die Innenstadt mit der Fußgängerzone. Insgesamt waren wir ein wenig enttäuscht. Eine echte Altstadt, wie wir sie uns vorstellten, gab es nicht.

Nachdem wir die Fußgängerzone erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg zum Kalvarienberg mit der Kalvarienbergkirche.

Anschließend streiften wir noch ein wenig durch die Nebenstraßen der Fußgängerzone und spazierten entlang der Isar wieder zurück zum Wohnmobil. Nachdem wir eine Tasse Kaffee getrunken hatten, machten wir das Fahrzeug abfahrtbereit. Wir fuhren in ein Gewerbegebiet am Ostrand von Bad Tölz. Dort wollten wir noch die Nacht verbringen.

Natürlich hatten wir auch wieder unsere Rennräder an Bord unseres Wohnmobils. Diese setzten wir dann erstmals von Bad Tölz aus ein. Die geplante Tour: Einmal zum Tegernsee und diesen umrunden.

Mittwochs hatten wir noch einmal spätsommerliches Wetter. Das sollte sich am Folgetag ändern.

Von Bad Tölz aus fuhren wir parallel zur B 472. Von Waakirchen aus änderten wir die Fahrtrichtung. Nun ging es gen Südenosten Richtung Tegernsee weiter.

Nach etwa 12 Kilometern Fahrt erreichten wir den Tegernsee. Wir entschieden uns, ihn entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden. Am Westufer wurden wir von einigen ordentlichen Anstiegen durchaus gefordert. 

Über Bad Wiessee und Rottach-Egern fuhren wir zum Ort Tegernsee. Dort gönnten wir uns die übliche kleine Mittagspause. Anschließend vollendeten wir die Runde und fuhren wieder zurück nach Bad Tölz.

Nach der Tegernseerunde brachen wir die Zelte in Bad Tölz ab und steuerten einenStellplatz in Benediktbeuren an. Dort wollten wir die Nacht verbringen und am Donnerstagmorgen nach Kochel am See fahren. Den Donnerstag wollten wir wegen der angekündigten Regenfälle in der Kristaltherme in Kochel verbringen. Nach dem Frühstück begaben wir uns in die Therme und verbrachten dort einen wunderbar erholsamen Tag mit Saunaund wohltemperiertem Thermalwasser.

Die anschließende Nacht blieben wir noch in Kochel.

Freitagmorgen fuhren wir nach Garmisch-Partenkirchen weiter. Die Fahrt dauerte länger als erwartet, da die Einfallstraßen alle verstopft waren. Gegen Mittag erreichten wir den Stellplatz an der Wankbahn.

Den Nachmittag nutzten wir, um einen Fußmarsch durch den Ortskern von Partenkirchen zu machen. Da hier nur wenige kleine Geschäfte waren, kam ein wenig Enttäuschung auf. Zu dem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nicht, dass das eigentliche Zentrum in Garmisch liegt. Bevor wir dorthin marschierten, besuchten wir aber noch die Schanzenanlage. Dort gönnten wir uns Kaffee und Kuchen. Als wir weitergehen wollten, stellten wir fest, dass in der Zwischenzeit der Nationalkader der Skispringer um Karl Geiger und Markus Eisenbichler im Stadion war und sich auf ein Mattenspringen vorbereitete.

Den Samstag nutzten wir dann für eine Wanderung. In der Nähe des Stellplatzes begann unsere Tour hoch zur Mittelstation der Wankbahn. Über zum Teil sehr steile Wege überwanden wir die etwas mehr als 400 Höhenmeter. Dort angekommen, wurden wir mit einem Blick auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, belohnt. Diese hatte sich bis dahin hinter Wolken versteckt. 

Nach unserer Wanderung nahmen wir Abschied von Garmisch-Partenkirchen und fuhren nach Einsiedl am Walchenssee weiter. Da für Sonntag gelegentliche Regenschauer vorausgesagt wurden, hatten wir uns überlegt, an den Walchensee fahren und sonntags dann entscheiden, wie wir den Tag gestalten.

Sonntagmorgen waren wir uns einig, dass wir die Fahrräder in der Heckgarage lassen. Stattdessen fuhren wir dann mit dem Wohnmobil in die Nähe des Walchenseekraftwerks. Vom Parkplatz aus spazierten wir zum Kraftwerk. Was für ein beeindruckendes Bauwerk, das seit mehr als 100 JAhren eine gehörige Menge Strom produziert.

Nun fuhren wir noch zum Kloster Benediktbeuren weiter. Im ersten Moment waren wir enttäuscht, weil die gesamte Anlage in Gerüste gehüllt war. Dann stellten wir aber fest, dass das eigentlich wunderschöne Kloster durch ein Unwetter mit Hagelschauer schwer beschädigt wurde. Die Dächer wurden zerstört, genauso wie Fenster und der Putz der Außenwände. Die Schäden waren immens.

Am Montag führte uns der Weg dann weiter nah Süden. Über Mittenwald fuhren wir nach Innsbruck. Das Fahrzeug stellten wir auf einem Parkplatz, der auch für Übernachtungen im Wohnmobil vorgesehen ist, westlich des Zentrums ab. Zum Übernachten erschien er uns aber zu laut, da er von drei Seiten von Straßen umgeben ist.

Vom Parkplatz aus gingen wir zu Fuß ins Zentrum. Eine Fußgängerzone und eine kleine Altstadt waren recht sehenswert. Natürlich ließen wir es uns nicht entgehen, auch die Bergisel-Schanze zu besuchen. Sie überragt die Stadt Innsbruck im Süden. Dort lösten wir Karten für die Besichtigung der Schanze. Tatsächlich hatten wir auch Gelegenheit, einem Skispringer bei seinem wagemutigen Sport zuzusehen. Er sprang - mangels Schnee - auf Kunstrassenmatten im Aufsprunghang. Was für einen Mut bedarf es, sich mit 90 Stundenkilometern die Schanze "hinabzustürzen"...

Nach dem Besuch der Schanze gingen wir dann wieder Richtung Innenstadt und anschließend zumWohnmobil zurück.

Nachdem wir bereits am Donnerstag der Vorwoche einen Thermentag in Kochel am See eingelegt hatten, fuhren wir von Innsbruck aus erneut nach Kochel am See, um dort am Dienstag erneut die Therme zu besuchen. Erneut verbrachten wir dort einenerholsamen Tag.

Nach dem Thermenbesuch brachen wir abends die Zelte in der Alpenregion ab und fuhren weiter. Unser Ziel war der nahe Ingolstadt liegende Ort Manching. Uns ist Manching bekannt, weil dort ein großer Flugplatz ist, der von der Fa. Airbus und der WehrtechnischenDienststelle der Bundeswehr genutzt wird.

Am Mittwochmorgen holten wir die Rennräder mal wieder aus der Heckgarage. Von Manching aus fuhren wir über Geisenfeld nach Wolnzach und wieder zurück nach Manching. Unsere Runde war ca. 60 Kilometer lang.

Noch nach der Radtour brachen wir auf, um unser nächstes Ziel anzusteuern: Schweinfurt.

Auf dem dortigen Stellplatz "Am Hutrasen" war tatsächlich noch eine Parzelle frei. Wir wurden noch von dem freundlichen Platzwart empfangen.

Den Donnerstag nutzten wir, um die Stadt Schweinfurt zu erkunden. Die Innenstadt bietet eine Fußgängerzone und einige historische Gebäude. Unser eigentliches Ziel war aber das "Georg-Schäfer-Museum", das eine große Kunstsammlung beherbergt. Höhepunkt der Sammlung war sicherlich die Sammlung an Spitzweg-Gemälden. Die waren sehr beeindruckend.

Am Freitag war wieder eine Radtour angesagt. Von Schweinfurt aus fuhren wir rechts des Mains in Richtung Volkach. Das war insgesamt eine wenig anspruchsvolle tour. Allerdings befand sich kurz vor Nordheim am Main eine ordentliche Steigung. Diese brachte den Kreislauf ordentlich auf Trab.

Von Nordheim aus fuhren wir dann wieder Richtung Schweinfurt. Wenige Kilometer nach dem Wendepunkt erreichten wir Volkach.

Dort legten wir die obligatorische Pause ein. Während wir unsere Brötchen aßen kam es zu einer originellen Begegnung: Aus einem Laden gegenüber der Bank auf der wir pausierten kam ein uns bekanntes Paar. Es handelte sich um zwei ehemalige Bedienstete unserer Dienststelle in Koblenz. Beide sind mittlerweile im Ruhestand und sie besuchten Verwandte in Volkach. Was für ein Zufall, dass wir uns ausgerechnet dort begegneten.

Wieder in Schweinfurt angekommen, machten wir uns wieder reisefertig. Wir wollten noch bis nach Kitzingen weiterfahren. Den Ort wollten wir dann am kommenden Tag besichtigen.

Am frühen Abend kamen wir in Kitzingen an. Der dortige Stellplatz am Main mit seinen 61 Parzellen sollte eigentlich noch ausreichend Platz haben. Die besten Plätze waren natürlich bereits belegt.Allindings waren noch eine Handvoll Parzellen frei, die sich auf einer Wiese befanden und ein wenig matschig waren. Aber egal, wir hatten einen Platz für die Nacht.

Am folgenden Morgen brachen wir nach dem Frühstück auf und gingen in die Innenstadt. Nach Überqueren der Mainbrücke waren wir schnell in der "City". Insgesamt waren wir ein wenig enttäuscht von der Stadt Kitzingen. Menschen, die gerne Essen gehen oder einen Frankenwein trinken, sehen das vielleicht anders...

Von Kitzingen machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Hause - aber nicht, ohne vorher noch einmal im Wertheim Village bummeln zu gehen. Nach unserem "erfolgreichen" Bummel setzten wir die Fahrt fort. Eigentlich wollten wir einen Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit im Raum Frankfurt anfahren. Leider wurden wir nicht fündig. Also fuhren wir bis in den Taunus nach Bad Camberg. Dort übernachteten wir und legten am nächsten Morgen die Schlussetappe nach Hause zurück.

Wieder einmal konnten wir auf einengelungenen Urlaub zurückschauen. Selbst der Wettergott war uns hold. Geregnet hat es an zwei Tagen - wenn auch nur kurz. Meist regnete es in den Nachtstunden, sodass wir davon unbehelligt blieben.

Die Region dirkt an der Nordflanke der Alpen hat es uns angetan. Wir werden sicher noch einmal dorthin zurückkehren und die ein oder andere Bergwanderung machen.